Energie Cottbus und die Stadionfrage: Umbauen, neu bauen oder umziehen?
Mit dem Aufstieg in die 2. Bundesliga ist beim FC Energie Cottbus eine alte Frage wieder aktuell: Hat das Stadion der Freundschaft im Eliaspark – heute LEAG Energie Stadion – eine Zukunft, oder braucht der Verein langfristig eine neue Spielstätte? Präsident Sebastian Lemke sieht beim Stadion klaren Nachholbedarf. Nach zwölf Jahren außerhalb der zweiten Liga habe der Verein viel Entwicklung verpasst.
Ein Stadion mit Geschichte – und wenig Platz
Das Stadion wurde 1930 eröffnet, liegt im Stadtteil Sandow direkt an der Spree und fasst rund 22.500 Zuschauer. Seit 2011 gehört es dem Verein selbst. Für viele Fans ist der Ort untrennbar mit Energie verbunden. Gleichzeitig ist das Gelände eng: Park, Fluss und umliegende Bebauung lassen wenig Raum für zusätzliche Tribünen, Parkplätze, Zufahrten oder Lieferzonen.
Das wird vor allem dann zum Problem, wenn das Stadion mehr sein soll als ein Fußballplatz. Für ein großes Konzert etwa müssen Bühne und Technik mit vielen Lastwagen angeliefert werden. Dafür braucht es breite Zufahrten und Abstellflächen, die am jetzigen Standort nur schwer unterzubringen sind.
Warum Fußball allein nicht reicht
In der 2. Bundesliga hat ein Verein 17 Heimspiele pro Saison. An den übrigen rund 350 Tagen steht ein reines Fußballstadion weitgehend leer, kostet aber Unterhalt. Deshalb denkt Energie über eine Mehrzweckanlage nach, die auch für Konzerte, Tagungen, Bildungs- und Kulturveranstaltungen genutzt werden kann. Das könnte zusätzliche Einnahmen bringen und das Stadion stärker in Stadt und Region verankern. Voraussetzung wären passende Räume, moderne Technik, gute Verkehrsanbindung und ein professioneller Betreiber.
Eine Studie soll Klarheit bringen
Entschieden ist noch nichts. Im Frühjahr 2026 hat der Verein eine ergebnisoffene Machbarkeits- und Konzeptstudie vergeben. Bezahlt wird sie aus dem Bundesprogramm STARK, das den Strukturwandel in den Kohleregionen fördert. Den Auftrag hat die Dresdner Firma LOGSOL erhalten, die bereits an Stadionprojekten in Dresden, Aue, Magdeburg und Berlin beteiligt war. Neben dem Verein sind die Stadt Cottbus und der Landkreis Spree-Neiße eingebunden.
Geprüft werden im Wesentlichen drei Wege: das bestehende Stadion sanieren und ausbauen, am selben Ort neu bauen oder an einen anderen Standort umziehen. Dabei geht es um Flächen, Kosten, mögliche Betreibermodelle sowie Klima-, Energie- und Verkehrsfragen. Die Studie läuft bis Ende 2027. Bis dahin wird es keine Grundsatzentscheidung geben. Kurzfristig fließt dennoch Geld ins bestehende Stadion: Das Land Brandenburg hat rund 1,7 Millionen Euro für Modernisierungen bereitgestellt, die für die Zweitligalizenz nötig waren.
Mehr als eine Vereinsfrage
Die Stadionfrage betrifft nicht nur den FC Energie. Sie berührt Verkehrsplanung, Stadtentwicklung, öffentliche Fördermittel und die Rolle des Vereins in der Lausitz. Eine moderne Arena könnte ein wichtiger Treffpunkt für die Region werden, wäre aber mit hohen Bau- und Betriebskosten verbunden.
Von einem bevorstehenden Neubau zu sprechen, wäre deshalb verfrüht. Fest steht nur: Das Stadion soll zukunftsfähig werden. Ob das im Eliaspark gelingt oder nur anderswo, muss die Studie zeigen. Die entscheidende Frage lautet nicht „Tradition oder Größenwahn?“, sondern: Welche Lösung trägt sportlich, wirtschaftlich, verkehrlich und für die Region auf Dauer?
(*) Hinweis: Hinter einigen Links stehen Affiliate-Programme. Für Sie bleibt der Preis exakt derselbe, wir erhalten jedoch eine kleine Provision, die wir direkt in unsere kommenden Recherchen investieren. Vielen Dank, dass Sie unsere Arbeit auf diese Weise unterstützen!
Der Cottbus-Newsletter
Keine Lust auf vollgemüllte Postfächer und belanglosen Mail-Spam? Verständlich.
Genau deshalb liefert dir dieser Newsletter einmal pro Woche nur das,
was einen Cottbuser interessiert – kompakt, verständlich und kostenlos.

