Geschichte des Cottbuser OstseesOstseenachrichten

Schlichower Ufer am Cottbuser Ostsee: Warum die Sanierung noch Jahre dauert

Der Cottbuser Ostsee ist voll, aber noch nicht fertig. Besonders deutlich wird das am Ufer bei Schlichow. Dort beseitigt der Bergbaubetreiber LEAG noch immer die Folgen mehrerer Erdrutsche.

Was ist passiert?

Der Ostsee entsteht im ehemaligen Braunkohletagebau Cottbus-Nord. Die Flutung begann im April 2019. Im Februar und März 2022 rutschten am früheren Lärmschutzdamm Schlichow Teile des Ufers ab. Am 17. Mai 2023 folgte eine weitere Rutschung. Zurück blieben trichterförmige Mulden („Rutschungskessel“) und steile Abbruchkanten. Wind und Wellen können solche Kanten weiter abtragen, sodass das Ufer Stück für Stück zurückweicht. Ungewöhnlich ist, dass hier gewachsener, also natürlich gelagerter Boden abgerutscht ist und nicht nur aufgeschüttetes Kippenmaterial. Gutachter untersuchen deshalb Ursachen und Standsicherheit des Untergrunds. Die Bergbehörde (LBGR) überwacht die Arbeiten.

Was wird gemacht?

Der Lärmschutzdamm schützte früher den Ort vor dem Lärm des Tagebaus. Jetzt wird er teilweise abgetragen, und sein Boden füllt die Rutschungskessel. Das Material wird dort lagenweise eingebaut und verdichtet. Danach erhält die Böschung eine neue, flachere und damit stabilere Form. Von Mai bis Dezember 2024 lief bereits eine Zwischensicherung gegen weitere Erosion. Sie ist nur ein Provisorium, weitere Schritte sind nötig.

Wann ist es fertig?

Ein verbindlicher Fertigstellungstermin existiert nicht. Die LEAG plant die Sicherungs- und Gestaltungsarbeiten derzeit für 2025 bis 2027. Dieser Zeitraum wurde jedoch schon mehrfach nach hinten verschoben: 2023 um zwei Jahre, zuletzt von „2024–2026“ auf „2025–2027“. Weitere Verschiebungen sind möglich, je nachdem, was die Untersuchungen des Untergrunds ergeben.

Und der See?

Am 23. Dezember 2024 erreichte der Ostsee erstmals seinen Zielwasserstand von 62,5 Metern über Normalhöhennull. Seitdem ist die Einleitung von Spreewasser vorerst gestoppt. Betreten und Baden sind trotzdem weiterhin verboten. Der See bleibt Bergbaugelände, bis die Ufer gesichert sind und die Behörden ihn freigeben.

Fazit:

In Schlichow geht es nicht in erster Linie um ein schönes Seeufer, sondern um Sicherheit. Erst wenn der Untergrund dauerhaft standfest ist, kann aus der Baustelle ein Ufer für alle werden.




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