Tierpark Cottbus: Parken 5 Euro = deutlich weniger Besucher?
Wer mit dem Auto zum Tierpark Cottbus fährt, zahlt seit Anfang 2026 für den Parkplatz. Die Stadt Cottbus bewirtschaftet die Stellflächen inzwischen selbst und hat neue Parkscheinautomaten aufgestellt. Gleichzeitig meldet die Lausitzer Rundschau einen Rückgang der Besucherzahlen um 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Hängt beides zusammen?
Was das Parken kostet
- Pkw: 5 Euro
- Motorrad: 2,50 Euro
- Reisebus: 15 Euro
Das Ticket gilt jeweils 24 Stunden – einen günstigeren Kurzzeittarif gibt es nicht. Bezahlt wird ausschließlich bargeldlos: mit Bank- oder Kreditkarte, Smartphone oder Smartwatch. Münzen und Scheine nehmen die Automaten nicht an. Die Stadt begründet das mit schnelleren Abläufen, weniger Wartung und weniger Störungen.
Wichtig für Besucher: Wer keine Karte und kein Handy mit Bezahlfunktion dabeihat, kann am Automaten nicht bezahlen. Das betrifft vor allem ältere Menschen und Gäste, die grundsätzlich bar zahlen.
Was ein Besuch jetzt insgesamt kostet
Auch der Eintritt ist 2026 gestiegen: Erwachsene zahlen 10 statt 9 Euro, Kinder 5 statt 4,50 Euro. Zusammen mit der Parkgebühr ergibt sich:
| Besuch | Eintritt | + Parken | Gesamt |
|---|---|---|---|
| Ein Erwachsener | 10 € | 5 € | 15 € (Parken = +50 %) |
| Familie (2 Erw., bis 4 Kinder) | 28 € | 5 € | 33 € (Parken = +18 %) |
Besonders spürbar ist die Gebühr für Stammgäste: Wer eine Jahreskarte für 45 Euro besitzt und regelmäßig mit dem Auto kommt, zahlt nach neun Besuchen bereits so viel fürs Parken wie für die Karte selbst.
Liegt der Besucherrückgang am Parken?
Ein Minus von 26 Prozent ist erheblich. Bei zuletzt rund 170.000 Besuchern im Jahr wären das hochgerechnet etwa 44.000 Besuche weniger. Die Zahl zeigt aber nur, dass weniger Menschen kommen – nicht, warum.
Die Parkgebühr kann ein Grund sein. Genauso in Frage kommen jedoch:
- die gleichzeitige Erhöhung der Eintrittspreise,
- das Wetter in der Saison,
- eine allgemein zurückhaltende Ausgabenlaune bei Freizeitangeboten – auch andere Tierparks in der Region melden sinkende Zahlen.
Solange nicht bekannt ist, wann genau und bei welchen Besuchergruppen die Zahlen eingebrochen sind, lässt sich ein Zusammenhang mit dem Parken nur vermuten, nicht belegen.
Was die Stadt jetzt klären sollte
- Zahlen offenlegen: Besucherzahlen Monat für Monat im Vergleich zu den Vorjahren – vor allem rund um den Start der Parkgebühr.
- Zielgruppen auswerten: Bleiben eher Familien, Senioren oder Jahreskarteninhaber weg? Betrifft der Rückgang Wochenenden und Ferien besonders?
- Kurzparktarif prüfen: Ein günstigerer Tarif für drei bis vier Stunden würde einem normalen Tierparkbesuch eher entsprechen als 24 Stunden.
- Lösung für Barzahler schaffen: etwa Parktickets an der Tierparkkasse oder zumindest gut sichtbare Hinweise schon an der Einfahrt.
- Stammgäste entlasten: zum Beispiel ein vergünstigtes Parkticket in Verbindung mit der Jahreskarte.
Tipp: Ohne Auto anreisen
Der Tierpark ist vom Hauptbahnhof mit dem Bus (Linie 10 Richtung Branitz) oder in etwa 30 Minuten zu Fuß erreichbar. Radfahrer finden Fahrradständer und abschließbare Boxen am Eingang. Eine schöne Alternative für Familien: am „Sandower Dreieck“ parken und mit der Parkeisenbahn bis zur Haltestelle „Bahnhof Zoo“ direkt am Tierpark fahren.
Fazit
Die neue Parkregelung ist modern, aber nicht für jeden einfach. Für einen ganzen Ausflugstag sind 5 Euro vertretbar – für einen kurzen Besuch oder für Stammgäste wirken sie wie eine zusätzliche Hürde. Ob sie tatsächlich Besucher kosten, kann nur eine genaue Auswertung der Zahlen zeigen. Die sollte die Stadt jetzt liefern.
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