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Katastrophenschutz in der Lausitz: Die Region probt den Hochwasser-Ernstfall

Am 18. und 19. September 2026 findet in der Lausitz die Übung „Spree – FLUT 2026″ statt – die Fortsetzung der Reihe „Die Lausitz übt!“, die bereits 2024 und 2025 lief. Trainiert wird der Umgang mit einer großflächigen, mehrtägigen Hochwasserlage entlang der Spree.

Mehr Beteiligte als gedacht

Anders als oft angenommen, ist die Übung kein reines Cottbus-Spree-Neiße-Projekt: Neben der Stadt Cottbus und dem Landkreis Spree-Neiße sind auch die Landkreise Oberspreewald-Lausitz, Elbe-Elster und Dahme-Spreewald eingebunden. Cottbus bringt seinen Verwaltungs- und Führungsstab ein, Spree-Neiße zusätzlich die Befehlsstellen der Stadt Spremberg und der Gemeinde Neuhausen/Spree.

Was trainiert wird

Im Mittelpunkt stehen nicht spektakuläre Rettungsaktionen, sondern die weniger sichtbare, aber entscheidende Stabsarbeit: verlässliche Führungsstrukturen, reibungslose Kommunikation über Kreisgrenzen hinweg sowie Schichtwechsel und gegenseitige Unterstützung der Kräfte über mehrere Tage. Für ein gemeinsames digitales Lagebild kommt die Software CommandX zum Einsatz, damit alle Beteiligten in Echtzeit denselben Informationsstand haben.

Ausdrücklich wird nicht jede denkbare Verlaufsvariante einer Hochwasserlage durchgespielt – geübt werden Aufbau, Struktur, Kommunikation und Durchhaltefähigkeit der beteiligten Stellen. Am 19. September gibt es zudem einen Praxistag: Einsatzkräfte lernen gemeinsam mit dem Technischen Hilfswerk Maßnahmen zur Deichsicherung kennen und informieren sich über mögliche Unterstützung durch die Bundeswehr. Für die Verpflegung im Schichtbetrieb wird im Spreecamp Neuhausen eine gemeinsame Versorgungsstelle eingerichtet.

Warum das wichtig ist

„Katastrophenschutz kennt keine Verwaltungsgrenzen“, bringt es Cottbus‘ Oberbürgermeister Tobias Schick auf den Punkt – gerade bei einem Hochwasser entlang der Spree müssten Informationen schneller fließen als das Wasser selbst. Spree-Neißes Landrat Martin Heusler verweist auf die Erfahrung der Region: Der Landkreis war in der Vergangenheit bereits zweimal von einer Hochwasserlage betroffen, weshalb man um den Wert kreisübergreifender Zusammenarbeit weiß.

Für Anwohner

Größere Alltagseinschränkungen sind laut Stadt nicht zu erwarten. Eine Ausnahme betrifft das Amt Burg im Spreewald: Am 19. September wird die L50 zwischen den Ortsteilen Fehrow und Striesow von etwa 8:20 bis 9:40 Uhr kurzzeitig gesperrt – Grund ist das Schließen einer Deichscharte im Rahmen der Übung. Eine Umleitung wird für diesen Zeitraum nicht ausgewiesen, Beeinträchtigungen im Nahverkehr werden aber nicht erwartet.




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