Allgemeinverfügung regelt Wasserentnahme in Cottbus neu
Die anhaltende Trockenheit und die veränderten hydrologischen Rahmenbedingungen in der Lausitz erfordern entschlossene Maßnahmen zum Schutz unserer Fluss- und Ökosysteme. Um das Trockenfallen von Gewässerabschnitten und irreparable Schäden an der Aquafauna zu verhindern, tritt ab dem heutigen Samstag, dem 22. August 2026, eine stadtweit geltende Allgemeinverfügung zur Regulierung der Wasserentnahme in Kraft.
Die Regelungen im Detail
Die Stadtverwaltung Cottbus/Chóśebuz hat die Maßnahme in enger Abstimmung mit den zuständigen Landesbehörden Brandenburgs sowie den angrenzenden Landkreisen Spree-Neiße und Oberspreewald-Lausitz auf den Weg gebracht. Da das Gewässernetz der Spree ein zusammenhängendes System bildet, ist ein regionales und abgestimmtes Handeln zwingend erforderlich.
Die Kernpunkte der Verfügung:
- Ganztägiges Pumpverbot: Die Entnahme von Wasser aus Oberflächengewässern (Flüsse, Seen, Teiche und Gräben) mittels mechanischer oder elektrischer Pumpvorrichtungen ist im gesamten Stadtgebiet rund um die Uhr – also auch in den Abend-, Nacht- und frühen Morgenstunden – untersagt.
- Geltungsdauer: Das Verbot gilt ab sofort bis auf Widerruf, mindestens jedoch bis einschließlich 30. September 2026. Sollte die Niederschlagslage weiterhin angespannt bleiben, ist eine Verlängerung möglich.
- Gemeingebrauch vs. Abpumpen: Während das Schöpfen kleinerer Wassermengen mit Handgefäßen (z. B. Gießkannen für den privaten Gartenbedarf) im Rahmen des gesetzlichen Gemeingebrauchs in der Regel zulässig bleibt, führt der Einsatz von Pumpen rasch zu lokalen Absenkungen des Wasserspiegels. Dies gefährdet den Sauerstoffhaushalt der Gewässer und bedroht den Fisch- und Pflanzenbestand akut.
Warum die Maßnahme notwendig ist
Die Gewässer in und um Cottbus stehen derzeit unter mehrfachem Druck. Neben den sommerlichen Hitze- und Dürreperioden wirkt sich der Wandel im Lausitzer Braunkohlerevier aus: Mit dem schrittweisen Rückbau der Tagebaue reduziert sich auch die Menge an gehobenem Grubenwasser, das in den vergangenen Jahrzehnten den Durchfluss der Spree künstlich gestützt hat. Der natürliche Eigenabfluss reicht bei anhaltendem Trockenwetter nicht aus, um den Wasserhaushalt stabil zu halten.
Transparenz und Information über das Pegelportal
Bürgerinnen und Bürger können sich jederzeit selbst ein Bild von der aktuellen Lage machen. Das Land Brandenburg betreibt ein öffentliches Pegelportal, auf dem die Durchflussmengen, Wasserstände und Niedrigwasser-Warnstufen aller relevanten Flussabschnitte transparent und stündlich aktualisiert eingesehen werden können.
Die Stadt Cottbus/Chóśebuz bittet alle Anwohnerinnen und Anwohner um Verständnis und Mitwirkung, um die natürlichen Lebensräume unserer Region nachhaltig zu schützen.
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