Wer heute auf der Aussichtsplattform des Turms in Merzdorf steht, blickt auf eine gigantische, glitzernde Wasserfläche: den entstehenden Cottbuser Ostsee – das künftig größte künstliche Gewässer Deutschlands. Doch das war nicht immer so. Um die faszinierende Verwandlung dieser Region zu verstehen, muss man genau 20 Jahre zurückblicken.
Ein Symbol des Wandels in Rekordzeit
Im Dezember 2006 übergaben der damalige Cottbuser Oberbürgermeister Frank Szymanski und Reinhardt Hassa (Vorstandssprecher des damaligen Energiekonzerns Vattenfall) das Bauwerk feierlich an die Öffentlichkeit. Der Energiekonzern hatte die markante Stahlbetonkonstruktion in einer Rekordzeit von nur fünf Monaten errichtet.
Das Ziel? Eine unübersehbare Landmarke am künftigen Seeufer zu schaffen. Zu diesem Zeitpunkt war der Turm ein echtes „Leuchtturmprojekt“ im wahrsten Sinne des Wortes: Er schenkte den Menschen eine Vision für die Zukunft, während unten im Loch noch die riesigen Bagger des Braunkohletagebaus „Cottbus-Nord“ dröhnten. Erst fast ein Jahrzehnt später, im Dezember 2015, wurde der Tagebau planmäßig eingestellt, und im Frühjahr 2019 begann die Flutung des Sees.
34 Meter für pure Faszination:
Die Fakten im Überblick Das imposante Bauwerk steht am westlichen Rand des ehemaligen Tagebaugebietes, direkt im Cottbuser Ortsteil Merzdorf. Und die Zahlen beeindrucken:
- Gesamthöhe: 34 Meter
- Aussichtsplattform: In 31 Metern Höhe
- Aufstieg: 173 Stufen einer umlaufenden Treppe
- Eintritt & Öffnungszeiten: Komplett kostenfrei und 24 Stunden am Tag geöffnet.
Ein Rundumblick für Frühaufsteher und Nachtschwärmer
Das Besondere für Besucher und Ausflügler: Da es an dem Turm keine verschlossenen Tore oder starren Öffnungszeiten gibt, steht die Plattform zu jeder Tages- und Nachtzeit offen. Fotografen schätzen den Ort für spektakuläre Aufnahmen des Sonnenaufgangs über dem Wasser. Von oben bietet sich ein atemberaubender Kontrast: Auf der einen Seite die unendliche Weite des sich entwickelnden Ostsees und des Umlands der Lausitz, auf der anderen Seite der direkte Blick auf die urbane Kulisse der Stadt Cottbus.
Fazit Der Aussichtsturm Merzdorf ist viel mehr als nur ein schöner Aussichtspunkt. Er ist ein architektonischer Zeitzeuge des erfolgreichen Strukturwandels. Er stand schon da, als der See nur ein Plan auf dem Papier war – und er ist auch heute noch der beste Ort, um das neue, blaue Herz der Lausitz wachsen zu sehen. Ein absolutes Must-Visit für jeden, der den Wandel der Region hautnah spüren möchte!
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