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Fahrplanwechsel 2026/27: Cottbus baut sein Nahverkehrsnetz um

Ab 24. August 2026 wird der öffentliche Nahverkehr in Cottbus/Chóśebuz deutlich neu geordnet. Der Fahrplanwechsel zum Schuljahr 2026/27 setzt zentrale Maßnahmen des Nahverkehrsplans 2026–2030 um. Im Mittelpunkt stehen der Tausch der Außenäste der Straßenbahnlinien 2 und 3, ein neu strukturiertes Busnetz im Süden der Stadt und eine bessere Anbindung des Lausitz Science Parks.

Hauptbahnhof wird noch wichtiger

Die wichtigste Veränderung betrifft die Straßenbahn. Die Linien 2 und 3 tauschen ihre äußeren Endpunkte:

  • Linie 2: Ströbitz – Stadtpromenade – Hauptbahnhof – Jessener Straße
  • Linie 3: Madlow – Bahnhofstraße – Hauptbahnhof – Sandow

Damit führen künftig alle vier regulären Straßenbahnlinien über den Cottbuser Hauptbahnhof. Das stärkt den Bahnhof als zentralen Knoten zwischen Straßenbahn, Stadtbus und Schienenpersonennahverkehr.

Für Fahrgäste bedeutet das vor allem bessere Umsteigemöglichkeiten. Wer beispielsweise aus Madlow, Ströbitz oder Sandow kommt, kann den Hauptbahnhof künftig mit mehreren Straßenbahnlinien erreichen. Der Nahverkehrsplan bezeichnet die Straßenbahn ausdrücklich als Rückgrat des Cottbuser ÖPNV.

Linie 3 fährt häufiger

Auf der Linie 3 wird das Angebot montags bis freitags in den wichtigsten Verkehrszeiten ausgeweitet. Zwischen 6 und 8 Uhr sowie zwischen 13 und 18 Uhr soll die Straßenbahn im 10-Minuten-Takt fahren. Zwischen 8 und 13 Uhr bleibt es beim 15-Minuten-Takt.

Damit wird insbesondere auf den nachfragestärkeren Zeiten reagiert. Für Pendler, Schüler und Beschäftigte entsteht dadurch ein dichteres Angebot.

Die Linie 1 bleibt auf ihrer bisherigen Achse zwischen Schmellwitz, Anger und Hauptbahnhof, während die Linie 4 weiterhin zwischen Neu Schmellwitz und Sachsendorf verkehrt.

Zusätzliche Bedarfshalte sollen unter anderem an der Walther-Rathenau-Straße, am Gewerbegebiet TKC und an der Görlitzer Straße eingerichtet werden. Bei einem Bedarfshalt hält die Straßenbahn nur, wenn ein Fahrgast aussteigen möchte oder an der Haltestelle ein erkennbarer Zustiegswunsch besteht.

Südnetz wird neu sortiert

Besonders umfangreich fallen die Änderungen im Süden Cottbus‘ aus. Betroffen sind unter anderem Madlow, Gallinchen, Groß Gaglow, Kahren, Kiekebusch und der Lausitz Park.

Die Buslinien 9 und 13 übernehmen dabei neue Aufgaben.

Die Linie 9 verbindet künftig Sachsendorf mit dem Lausitz Park und fährt über die Gaglower Straße weiter nach Madlow. Die bisherige direkte Verbindung zwischen Hauptbahnhof und Südeck entfällt.

Die Linie 13 beginnt künftig in Sachsendorf und führt über den Lausitz Park, die Gaglower Straße und Gallinchen Center bis zum Telering.

Dadurch entsteht zwischen Sachsendorf, Lausitz Park und Gallinchen montags bis freitags ein 30-Minuten-Angebot. Auch am Wochenende bleibt die Verbindung bestehen, allerdings mit teilweise größeren Abständen.

Der entscheidende Unterschied ist: Der Lausitz Park wird stärker zum Verknüpfungspunkt des Südnetzes. Fahrgäste aus Gallinchen und Groß Gaglow erhalten dadurch neue Möglichkeiten, zunächst mit dem Bus zu fahren und anschließend auf die Straßenbahn umzusteigen.

Linie 16 wird kürzer

Die Buslinie 16 wird künftig auf die Strecke Stadthalle – Hauptbahnhof – Uhlandstraße konzentriert.

Die bisherige Weiterführung Richtung Gallinchen entfällt. Sie wird durch die neuen beziehungsweise verlängerten Linien 9 und 13 ersetzt.

Das ist ein Beispiel dafür, dass der Fahrplanwechsel nicht überall zusätzliche Direktverbindungen schafft. Teilweise werden bestehende Linien zugunsten eines stärker verknüpften Netzes verkürzt. Für manche Fahrgäste bedeutet das einen zusätzlichen Umstieg, während andere von häufigeren oder besser abgestimmten Verbindungen profitieren.

Linie 17 stärkt Kahren und Kiekebusch

Auch die Linie 17 erhält eine neue Bedeutung. Sie verbindet künftig Kahren über Madlow, Sachsendorf und den Lausitz Park mit dem Gelsenkirchener Platz.

Damit entsteht eine direkte Busverbindung aus Kahren und Kiekebusch zum Lausitz Park. Gleichzeitig bleibt die Verbindung zwischen dem Gelsenkirchener Platz und dem Einkaufszentrum erhalten.

Gerade hier zeigt sich das Prinzip der Neuordnung: Nicht jede Verbindung muss bis ins Stadtzentrum durchgebunden sein. Stattdessen werden wichtige Ziele wie Lausitz Park, Straßenbahn und zentrale Umsteigepunkte miteinander verknüpft.

Lausitz Science Park erhält bessere Busanbindung

Auch im Norden gibt es eine interessante Veränderung. Die Buslinie 11 soll wieder regulär zwischen Freizeitbad Lagune und BTU Campus Nord verkehren.

Mit acht Fahrtenpaaren täglich entsteht ein regelmäßigeres Angebot für den Bereich des Lausitz Science Parks. Eine neue Haltestelle LSP/Levinestraße verbessert zusätzlich dessen Erschließung.

Am Freizeitbad Lagune bestehen Anschlüsse zu mehreren weiteren Buslinien. Damit wird der Science Park stärker in das bestehende ÖPNV-Netz eingebunden.

Die Bedeutung dieses Schrittes geht über eine einzelne Haltestelle hinaus: Der Lausitz Science Park entwickelt sich zu einem wichtigen Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort. Eine leistungsfähige ÖPNV-Anbindung wird deshalb zunehmend zu einem Bestandteil seiner infrastrukturellen Entwicklung.

Neue und entfallende Haltestellen

Mit dem Fahrplanwechsel kommen mehrere Haltestellen hinzu, darunter:

  • LSP/Levinestraße
  • Gallinchen Bergstraße
  • Alte Ziegelei
  • Waldparksiedlung
  • Groß Gaglow Nord

Gleichzeitig werden einige Haltestellen nicht mehr regulär bedient. Dazu gehören Gallinchen Eichengrund, Anne-Frank-Straße, Europaschule und Ärztehaus Uhlandstraße.

Solche Änderungen zeigen, dass der Fahrplanwechsel nicht allein eine Angebotsausweitung ist. Vielmehr werden Haltestellen, Linien und Fahrwege neu aufeinander abgestimmt.

Was sich für Fahrgäste tatsächlich verbessert

Der größte Vorteil des neuen Netzes liegt weniger in einzelnen zusätzlichen Fahrten als in der Netzstruktur.

Der Hauptbahnhof wird zum zentralen Straßenbahnknoten. Im Süden werden Buslinien stärker auf den Lausitz Park und die Straßenbahn ausgerichtet. Gleichzeitig erhält der Lausitz Science Park eine verbesserte direkte Busanbindung.

Damit folgt Cottbus einem klassischen Prinzip moderner Verkehrsplanung: Starke Achsen werden gebündelt, Parallelverkehre reduziert und Umsteigepunkte gezielt aufgewertet.

Das kann allerdings auch bedeuten, dass eine bisher direkte Fahrt künftig einen Umstieg erfordert. Ob sich die Änderung für den einzelnen Fahrgast tatsächlich als Verbesserung erweist, hängt deshalb stark von Start und Ziel ab.

Fazit: Weniger Nebeneinander, mehr Netz

Der Fahrplanwechsel zum 24. August 2026 ist ein wichtiger Schritt bei der Umsetzung des neuen Cottbuser Nahverkehrsplans. Die Stadt versucht, Straßenbahn und Bus stärker als zusammenhängendes System zu organisieren.

Besonders deutlich wird das an drei Punkten: Alle Straßenbahnlinien führen über den Hauptbahnhof, das Südnetz wird rund um Lausitz Park und Straßenbahn neu geordnet und der Lausitz Science Park erhält eine bessere Busanbindung.

Ob das Konzept langfristig aufgeht, wird davon abhängen, ob die neuen Umsteigeverbindungen tatsächlich zuverlässig funktionieren und die erwartete Nachfrage entsteht.

Mehr Details und alle Fahrpläne kann man auf der Webseite von Cottbusverkehr erkunden.



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