Mit dem „Plan C“ entsteht in Cottbus/Chóśebuz ein neuartiger, kuratierter Stadtatlas, der bewusst andere Akzente setzt als herkömmliche Stadtpläne oder touristische Karten. Statt der üblichen Sehenswürdigkeiten, Einkaufszentren oder Verkehrsinfrastruktur rücken Orte der Begegnung, der Subkultur, des bürgerschaftlichen Engagements und der aktiven Teilhabe in den Mittelpunkt. Der Atlas macht damit die oft verborgenen, lebendigen Facetten des städtischen Alltags sichtbar und zugänglich.
Träger und konzeptionelle Einordnung
Das Projekt wird vom Verein LOSMACHEN e.V. getragen und in enger Zusammenarbeit mit einem breiten Netzwerk lokaler Vereine, Initiativen und Kulturschaffender realisiert. Es knüpft konzeptionell an vergleichbare alternative Stadt- und Community-Karten in anderen Städten an. Ziel ist es, die vielfältige urbane Realität Cottbus’ abzubilden – von selbstorganisierten Kulturorten und offenen Werkstätten über soziale Treffpunkte und Nachbarschaftsangebote bis hin zu kreativen Freiräumen und Mitmachprojekten.
Zielgruppen und Nutzen
Der „Plan C“ richtet sich bewusst an ein breites und diverses Publikum:
- Jugendliche und junge Erwachsene finden Szeneorte, Projekthäuser und Räume für kreative Entfaltung.
- Familien erhalten Hinweise auf kinderfreundliche Angebote und Treffpunkte.
- Neu Zugezogene, internationale Studierende und Zugewanderte bekommen eine niedrigschwellige Orientierung in der Stadtgesellschaft.
- Langjährige Bewohnerinnen und Bewohner entdecken möglicherweise unbekannte Seiten ihrer eigenen Stadt.
- Besucherinnen und Besucher können Cottbus jenseits der klassischen touristischen Routen erleben.
Durch diese inklusive Ausrichtung fördert der Atlas nicht nur Information, sondern auch Begegnung und Vernetzung.
Sozialräumlicher Ansatz: Die ganze Stadt im Blick
Ein besonderes Merkmal des „Plan C“ ist der Fokus auf die Abbildung unterschiedlicher Stadtteile. Neben der Innenstadt werden gezielt periphere und oft weniger im Rampenlicht stehende Quartiere wie Sachsendorf oder Neu-Schmellwitz einbezogen. Damit verfolgt das Projekt einen dezidiert sozialräumlichen Ansatz, der die gesamte Stadt in ihrer sozialen und kulturellen Vielfalt sichtbar macht und nicht nur zentrale Lagen privilegiert.
Inhaltliche Tiefe und Barrierefreiheit
Der Atlas geht weit über eine bloße Auflistung von Orten hinaus. Ergänzende Angaben zu Barrierefreiheit und Kinderfreundlichkeit ermöglichen eine differenzierte und bedarfsgerechte Nutzung. Zudem werden die Inhalte mehrsprachig aufbereitet, um internationale Gäste, Studierende und Zugewanderte aktiv einzubeziehen.
Die Karte ist analog gestaltet und wurde Ende November 2025 in der Schlosskirchpassage der Öffentlichkeit vorgestellt. Insgesamt 4.000 Exemplare werden kostenlos verteilt.
Dynamische Weiterentwicklung
„Plan C“ ist als lebendiges Projekt konzipiert. Eine kontinuierliche Weiterentwicklung unter Einbindung lokaler Initiativen und Nutzerinnen und Nutzer ist geplant. So kann der Atlas perspektivisch zu einem dynamischen Instrument werden, das nicht nur informiert, sondern aktiv zur Vernetzung, Teilhabe und Stärkung der Zivilgesellschaft in Cottbus/Chóśebuz beiträgt.
Fazit: Eine Einladung zum Entdecken
Der „Plan C“ ist mehr als eine Karte – er ist eine Einladung, Cottbus mit neuen Augen zu sehen. Er zeigt eine Stadt, die lebendig, vielfältig und von engagierten Menschen geprägt ist. Wer die verborgenen Schätze, kreativen Räume und sozialen Orte der Lausitzer Universitätsstadt entdecken möchte, findet im „Plan C“ einen wertvollen Begleiter.
Der Atlas steht für eine Haltung: Jede Stadt ist das, was ihre Bewohnerinnen und Bewohner daraus machen. „Plan C“ macht diese gemeinschaftliche Gestaltung sichtbar und lädt alle ein, sich einzubringen.
Wo Sie den Plan C erhalten können, erfahren Sie bei LOSMACHEN e.V. oder über lokale Verteilungsstellen und zivilgesellschaftliche Initiativen in Cottbus.
