Ein wichtiger Meilenstein für die Barrierefreiheit und Inklusion im Cottbuser Nahverkehr ist erreicht: Mit der offiziellen Fertigstellung der Straßenbahnhaltestelle Walter-Rathenau-Straße am 27. Juli 2026 verfügt das Netz der Cottbusverkehr GmbH über einen weiteren modernen Knotenpunkt, der konsequent nach den Grundsätzen des Universal Design umgesetzt wurde.
Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie durch gezielte Kooperation zwischen Verkehrsbetrieben, Stadtverwaltung und Interessensvertretern barrierefreie Infrastruktur auf höchstem Niveau entsteht.
Partizipation von Anfang an: Ein Schlüssel zum Erfolg
Barrierefreiheit lässt sich nicht nachträglich „aufpfropfen“ – sie muss von der ersten Skizze an mitgedacht werden. Bereits bei der Vorplanungen vor rund einem Jahr trafen sich Vertreterinnen und Vertreter des Beirates für Menschen mit Behinderungen der Stadt Cottbus/Chóśebuz, der städtische Behindertenbeauftragte sowie Fachleute der Cottbusverkehr GmbH vor Ort.
Durch diese frühzeitige Baubegehung konnten spezifische Anforderungen von Betroffenen direkt in die Ausführungsplanung einfließen. Das Resultat ist eine Haltestelle, die den realen Bedarfen im Alltag standhält.
Die technischen Details im Überblick
Die Neugestaltung orientiert sich strikt an den relevanten Standards für barrierefreies Bauen im öffentlichen Raum (unter anderem DIN 18040-3 sowie DIN 32984).
1. Stufenloser Einstieg
Durch den Einbau spezieller Bus- und Straßenbahnborde (Kasseler Sonderbord) fahren die Niederflurbahnen die Haltestelle nahezu spaltfrei an. Dies ermöglicht einen stufenlosen und niveaugleichen Ein- und Ausstieg für Rollstuhlfahrer, Menschen mit Rollatoren oder Fahrgäste mit Kinderwagen.
2. Taktiles Bodenleitsystem
Ein durchgehendes System aus aufgerauten Bodenindikatoren (Leitstreifen und Aufmerksamkeitsfelder) leitet blinde und sehbehinderte Menschen sicher vom Fußweg bis direkt an die vordere Tür der Straßenbahn.
3. Visuelle Kontraste & Fahrgastinformation
Sämtliche Beschilderungen und Fahrgastunterstände sind mit hohen visuellen Kontrasten gestaltet. Das Verbundglas des Unterstands ist mit sichtbaren Warnmarkierungen versehen, um Zusammenstöße zu vermeiden. Ein dynamisches Fahrgastinformationssystem sorgt zudem für gut ablesbare Echtzeitdaten.
4. Ergonimischer Wetterschutz & Sitzkomfort
Das neue Wetterschutzhäuschen bietet neben ausreichendem Raum für Rollstühle auch ergonomische Sitzgelegenheiten mit Arm- und Rückenlehnen, die das Aufstehen erleichtern.
Barrierefreiheit nützt allen Fahrgästen
Der Neubau der Haltestelle Walter-Rathenau-Straße macht deutlich, dass barrierefreie Infrastruktur keine Sonderlösung ist, sondern den Komfort für alle Fahrgäste steigert:
- Senioren profitieren von komfortablen Sitz- und Aufstehhilfen.
- Eltern mit Kinderwagen oder Personen mit schwerem Gepäck steigen mühelos ein und aus.
- Flüssiger Fahrgastwechsel: Niveaugleiche Einstiege verkürzen die Haltzeiten und sichern den Fahrplan.
Ein starkes Signal für die Stadtentwicklung
Die neue Haltestelle Walter-Rathenau-Straße setzt Maßstäbe für kommende Bauvorhaben im öffentlichen Personennahverkehr von Cottbus/Chóśebuz. Sie belegt eindrucksvoll, dass echte Inklusion dort gelingt, wo Fachwissen, Planungskompetenz und die Perspektive der Betroffenen von Beginn an Hand in Hand gehen.
Barrierefrei reisen
50 geprüfte und komfortable Ziele in Deutschland : Zimmermann, Jonah
