Baustelle statt Aussichtspunkt: Was am Kleinen Spreewehr in Cottbus passiert
Am Kleinen Spreewehr in Sandow fällt zurzeit eine Rampe auf, die weit in die Spree hineinragt. Das ist kein neuer Aussichtspunkt. Sie gehört zu den Bauarbeiten am Wehr und ist nicht öffentlich zugänglich. Spaziergänger sollten sie also nicht betreten.
Was gerade gebaut wird
Die heutige Wehranlage stammt aus der Zeit der Bundesgartenschau 1995. Davor stand hier seit 1850 ein Holzwehr und ab 1927 ein Betonwehr. Nach rund 30 Jahren Betrieb sind viele Teile verschlissen. Der Wasser- und Bodenverband „Oberland Calau“ erneuert deshalb die beweglichen Stahlteile, prüft die Wehrtafeln und die Mechanik und bringt die Steuerung auf den neuesten Stand. Das Wehr reguliert den Wasserstand der Spree mitten in der Stadt. Wenn es zuverlässig arbeitet, ist Cottbus besser vor Hochwasser geschützt.
Was das für Paddler bedeutet
Mit dem Boot kommt man am Kleinen Spreewehr nicht vorbei. Kanus und Kajaks müssen aus dem Wasser und um das Wehr herumgetragen werden. Seit August 2024 ist das noch mühsamer: Der Holzsteg oberhalb des Wehrs, an dem man bisher ausgestiegen ist, ist wegen Holzfäule gesperrt. Paddler müssen ihr Boot deshalb schon am Bootshaus Lok RAW an der Ludwig-Leichhardt-Brücke herausnehmen. Wieder eingesetzt wird wie bisher unterhalb des Wehrs. Die Stadt hat angekündigt, den Steg zu reparieren. Wer eine Tour plant, sollte vorher bei der Stadt Cottbus nachfragen, ob er wieder offen ist.
Was als Nächstes kommt: ein Weg für die Fische
Unabhängig von der Reparatur plant das Landesamt für Umwelt Brandenburg einen neuen Fischaufstieg. Eine alte Fischtreppe gibt es zwar schon, aber die meisten Fische schaffen es dort nicht hinauf. Für sie ist das Wehr damit eine Sperre. Wanderfische wie Aal, Meerforelle, Lachs oder Flussneunauge brauchen einen durchgängigen Fluss, um zwischen Meer und Laichgebieten zu wandern. Auch heimische Arten wie Barbe, Döbel, Aland, Hasel und Gründling wechseln im Lauf ihres Lebens ihre Lebensräume. Am Großen Spreewehr steht seit 2020 eine solche Anlage. Am Kleinen Spreewehr soll sie voraussichtlich an der Südspitze der Mühleninsel entstehen. Wann gebaut wird, steht noch nicht fest.
Kurz gesagt: Die Rampe gehört zur Baustelle für die Erneuerung des Wehrs. Sie ist weder ein Aussichtspunkt noch eine Durchfahrt für Boote. Paddler müssen hier auch künftig umtragen. Die Fische sollen später einen eigenen, funktionierenden Weg um das Wehr bekommen.
(*) Hinweis: Hinter einigen Links stehen Affiliate-Programme. Für Sie bleibt der Preis exakt derselbe, wir erhalten jedoch eine kleine Provision, die wir direkt in unsere kommenden Recherchen investieren. Vielen Dank, dass Sie unsere Arbeit auf diese Weise unterstützen!
Der Cottbus-Newsletter
Keine Lust auf vollgemüllte Postfächer und belanglosen Mail-Spam? Verständlich.
Genau deshalb liefert dir dieser Newsletter einmal pro Woche nur das,
was einen Cottbuser interessiert – kompakt, verständlich und kostenlos.

