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Wenn der Landkreis sparen muss: Die Haushaltslage in Spree-Neiße

Der Landkreis Spree-Neiße steckt finanziell in einer ernsten Lage. Für 2026 rechnet die Kreisverwaltung mit einem Defizit von 21,7 Millionen Euro. Zu Jahresbeginn waren noch 9,7 Millionen Euro veranschlagt. Der Haushalt wurde erst im Juli beschlossen, nachdem der Kreistag einen ersten Entwurf im Februar abgelehnt hatte.

Was ein Defizit bedeutet

Ein Defizit heißt: Die geplanten Aufwendungen des Kreises übersteigen seine Erträge. Eigentlich müssen Landkreise ihren Haushalt ausgleichen. Gelingt das nicht, müssen sie in einem Haushaltssicherungskonzept darlegen, wie sie wieder dorthin kommen. Das Konzept des Landkreises sieht 27 Maßnahmen vor: 21 zur Senkung von Kosten und sechs zur Steigerung von Einnahmen. Für 2027 bis 2029 sollen so rund 9,5 Millionen Euro zusammenkommen. Das Defizit 2026 bleibt trotzdem bestehen. Es wird vorerst über Kassenkredite überbrückt.

Was gesichert bleibt

Pflichtaufgaben sind nach Angaben der Kreisverwaltung abgesichert, ebenso gesetzliche Ansprüche von Bürgern und Unternehmen. Dazu gehören etwa Sozialleistungen, die Trägerschaft für bestimmte Schulen und die Schülerbeförderung. Gespart wird vor allem bei freiwilligen Leistungen, also Angeboten, auf die kein Rechtsanspruch besteht.

Wo Sie die Folgen spüren können

Vereine, Sport und Kultur: Zuschüsse für Vereine, Museen und freie Kulturträger waren bis zum Haushaltsbeschluss ausgesetzt. Auch jetzt fließen sie nur unter Vorbehalt. Ob und in welcher Höhe Mittel freigegeben werden, hängt von der weiteren Haushaltsentwicklung ab.

Investitionen: Das Land Brandenburg hat als Aufsichtsbehörde statt der geplanten 9,5 Millionen Euro nur rund 5,9 Millionen Euro an Krediten genehmigt. Es fehlen also etwa 3,6 Millionen Euro. Zudem darf der Kreis 2026 keine Zahlungsverpflichtungen für spätere Jahre eingehen. Reichen andere Spielräume nicht aus, könnten Vorhaben wie die Sanierung von Kreisstraßen oder der Bau zweier neuer Rettungswachen verschoben werden.

Busverkehr: Bereits beschlossene Projekte wie eine neue Buslinie zwischen Cottbus und Forst brauchen einen tragfähigen Haushalt.

Ihre Gemeinde: Die Kreisumlage, die die Städte und Gemeinden an den Landkreis zahlen, steigt von 41,0 auf 44,7 Prozent. Dieses Geld fehlt den Kommunen für eigene Aufgaben vor Ort.

Schülerbeförderung: Ein monatlicher Elternbeitrag von 15 Euro war im Gespräch. Der Kreistag hat ihn gestrichen. Die seit dem 1. August 2026 geltende Satzung sieht keinen Eigenanteil vor. Wegen der hohen Kosten kann das Thema in künftigen Haushaltsberatungen aber erneut aufkommen.

Ein Ausblick

Sind Sie in einem Verein aktiv, auf den Bus angewiesen oder nutzen Sie kulturelle Angebote im Kreis? Dann lohnt es sich, die Haushaltsberatungen für 2027 zu verfolgen. Kreistagssitzungen sind öffentlich, und Beschlüsse erscheinen im Amtsblatt des Landkreises. Entscheidend ist nicht allein die Höhe des Defizits. Es kommt darauf an, welche Posten der Kreistag kürzt, verschiebt oder bewusst schützt. Dabei geht es vor allem um die freiwilligen Angebote, die das Leben im Landkreis prägen.




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