Cottbus hat jetzt eine Kinderschutzambulanz
Seit dem 4. November 2026 gibt es an der Medizinischen Universität Lausitz – Carl Thiem (MUL – CT) eine Kinderschutzambulanz. Hier werden Kinder und Jugendliche untersucht, bei denen der Verdacht besteht, dass sie misshandelt, sexuell missbraucht oder vernachlässigt werden.
Was die Ambulanz macht
Die Ambulanz gehört zur Klinik für Kinder- und Jugendmedizin und wird von Chefärztin Dr. Simone Stolz geleitet. Ein Team aus verschiedenen Fachrichtungen klärt im Verdachtsfall drei Dinge:
- Es untersucht das Kind gründlich und in geschützter Umgebung.
- Es dokumentiert Verletzungen und andere Hinweise so, dass sie später auch vor Gericht verwendet werden können.
- Es versorgt das Kind medizinisch und hilft dem Jugendamt bei der Entscheidung, wie das Kind am besten geschützt wird.
Ein Verdacht kann sich dabei erhärten oder auch ausräumen lassen. Beides gibt Familien und Behörden Klarheit.
Wie der Weg in die Ambulanz führt
Die Ambulanz ersetzt weder das Jugendamt noch die Polizei. Wer sich Sorgen um ein Kind macht, wendet sich zuerst an das zuständige Jugendamt. Von dort aus wird bei Bedarf eine Untersuchung in der Ambulanz veranlasst. Die Klinik arbeitet eng mit den Jugendämtern der Stadt Cottbus und des Landkreises Spree-Neiße zusammen.
Wichtig: Ist ein Kind in akuter Gefahr, rufen Sie sofort die Polizei unter 110 oder den Rettungsdienst unter 112.
Ein Netz für ganz Brandenburg
Brandenburg war lange das einzige Bundesland ohne Kinderschutzambulanz. 2026 eröffneten die ersten in Potsdam, Eberswalde, Lauchhammer und Frankfurt (Oder). Cottbus ist der fünfte Standort und nach Lauchhammer der zweite in der Lausitz. Neuruppin soll Anfang 2027 folgen. Dann gibt es landesweit sechs Ambulanzen, und Verdachtsfälle können in jeder Region schneller abgeklärt werden.
Den Aufbau in Cottbus haben Lottomittel des Landes ermöglicht. Ab 2027 sollen die Ambulanzen dauerhaft aus dem Landeshaushalt bezahlt werden. Diese Mittel müssen im Haushalt 2027/28 allerdings erst noch beschlossen werden.
Eine gemeinsame Aufgabe
Oberbürgermeister Tobias Schick betonte bei der Eröffnung, dass Kinderschutz nicht nur Sache einzelner Behörden ist, sondern der ganzen Gesellschaft. Kinder, die Gewalt erleben oder vernachlässigt werden, brauchen schnelle Hilfe, verlässliche Ansprechpartner und eine gute Zusammenarbeit von Medizin, Jugendhilfe und Beratungsstellen.
Die neue Ambulanz ist deshalb mehr als ein zusätzliches medizinisches Angebot. Sie zeigt, dass Cottbus und die Lausitz Verantwortung übernehmen und betroffene Kinder nicht alleinlassen.
Hilfe und Beratung (kostenlos und anonym):
- Nummer gegen Kummer für Kinder und Jugendliche: 116 111
- Elterntelefon: 0800 111 0 550
- Hilfe-Telefon Sexueller Missbrauch: 0800 22 55 530
- Medizinische Kinderschutzhotline für Fachkräfte: 0800 19 210 00
(*) Hinweis: Hinter einigen Links stehen Affiliate-Programme. Für Sie bleibt der Preis exakt derselbe, wir erhalten jedoch eine kleine Provision, die wir direkt in unsere kommenden Recherchen investieren. Vielen Dank, dass Sie unsere Arbeit auf diese Weise unterstützen!
Der Cottbus-Newsletter
Keine Lust auf vollgemüllte Postfächer und belanglosen Mail-Spam? Verständlich.
Genau deshalb liefert dir dieser Newsletter einmal pro Woche nur das,
was einen Cottbuser interessiert – kompakt, verständlich und kostenlos.

