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Der Cottbuser Ostsee: Zwischen Baustellen und Neugierde

Am Rand von Cottbus ist aus einem Braunkohletagebau Deutschlands größter künstlicher See geworden. Das Wasser ist da, baden kann man aber noch nicht.

Vom Tagebau zum See

Bis 2015 wurde im Tagebau Cottbus-Nord Kohle gefördert. Seit dem 12. April 2019 wurde das Restloch vor allem in den Wintermonaten mit Spreewasser geflutet. Wegen Trockenheit stockte die Flutung immer wieder. Ende 2024 war das Ziel trotzdem erreicht: Der Wasserstand von 62,5 Metern über Normal war nach rund fünfeinhalb Jahren erreicht, und die Flutung wurde vorerst ausgesetzt.

Die wichtigsten Zahlen

  • Fläche: rund 1.900 Hektar, etwa 2.600 Fußballfelder. Das ist gut zweieinhalbmal so groß wie der Große Müggelsee in Berlin.
  • Tiefe: Der größte Teil des Sees ist nur wenige Meter tief. Nur in den Randgräben wird es tiefer.
  • Wasser: Bis dahin flossen 172,7 Millionen Kubikmeter Spreewasser in den See.
  • Uferlänge: Die gesamte Uferlinie ist 26 Kilometer lang.

Warum der Wasserstand noch schwanken kann

Der Boden unter dem See besteht teilweise aus aufgeschüttetem Abraum. Die Hohlräume darin saugen sich nur langsam voll. Bis sie ganz gefüllt sind, braucht es noch rund 50 Millionen Kubikmeter Wasser, bis dahin kann der Pegel wieder sinken. Bei Bedarf wird deshalb wieder Spreewasser zugeleitet.

Warum man noch nicht baden darf

Der See ist weiterhin eine Baustelle, und das Betreten ist verboten. Ufer, die durch Rutschungen und Abbruchkanten beschädigt wurden, müssen wiederhergestellt werden. Außerdem fehlt noch ein Auslaufbauwerk. Besonders betroffen ist der Lärmschutzdamm bei Schlichow. Das Auslaufbauwerk soll später überschüssiges Wasser über den Schwarzen Graben ableiten und den Seespiegel regeln. Erst danach entscheidet die Behörde über eine Freigabe. Touristisch nutzbar wird der See voraussichtlich erst Anfang der 2030er Jahre.

See mit Zukunft – und mit Kritik

Der See soll mehr sein als ein Badesee:

  • Geplant sind Strände und ein Stadthafen. Für den Geh- und Radweg auf der Seeachse wird bereits das Baufeld vorbereitet.
  • Auf dem Wasser schwimmt eine Solaranlage. Sie hat 29 Megawatt Leistung, belegt 16 Hektar und damit weniger als ein Prozent der Seefläche.
  • Die Cottbuser Stadtwerke wollen künftig mindestens 40 Prozent ihrer Fernwärme mit einer Großwärmepumpe im See erzeugen.

Kritiker weisen vor allem auf das knappe Wasser in der Lausitz hin. Ein großer, flacher See verliert im Sommer viel Wasser durch Verdunstung. Hinzu kommen die instabilen Ufer und die lange Bauzeit.

Was man schon heute erleben kann

Den See kann man von Aussichtspunkten wie dem Merzdorfer Aussichtsturm ansehen. Am Einlaufbauwerk gibt es eine Besucherplattform. Rund um den See führen Rad- und Wanderwege. Am Ostufer liegt der Erlebnispark Teichland mit Sommerrodelbahn. Er hat laut Betreiber noch bis zum 1. November 2026 Herbstferienbetrieb. Wer hin will, prüft die aktuellen Zeiten am besten vorher auf erlebnispark-teichland.de.

Fazit:

Das Wasser ist da, die Baustelle bleibt. Wer am Cottbuser Ostsee baden will, braucht noch einige Jahre Geduld.




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