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Cottbus’ geduldigster Brunnen sprudelt

Viereinhalb Jahre Pause für ein paar Tage Sprudel?

Gute Nachrichten vom Schillerplatz: Die drei Fontänen hinter dem Staatstheater sprudeln wieder. Wer jetzt „endlich“ ruft, liegt richtig, wenn auch mit Untertreibung. 2022 gab der alte Pumpenmotor auf. Seitdem stand das Becken mal leer, mal halbvoll und diente vor allem den Wasserspeier-Fröschen als Ein-Mann-Show.

Warum so lange? Man hätte die alte Pumpe nicht einfach tauschen dürfen. Pumpen im Becken sind heute aus Stromschlag-Gründen verboten. Sicherheit geht vor, auch wenn der letzte Badegast im Brunnen vermutlich ein Pfeiler der 800-Jahr-Feier von 1956 war. Also musste die komplette Technik neu geplant und aus dem Becken verlegt werden.

Dann kam die Lieblingsdisziplin öffentlicher Bauvorhaben: die Kostenschätzung. 2024 waren es knapp 270.000 Euro, bei der Auftragsvergabe 425.000 Euro, zuletzt rund 450.000 Euro. Das sind gut zwei Drittel mehr, ohne dass auch nur ein Tropfen höher gespritzt wäre. Das Geld kommt aus Bundestopf, Denkmalschutz-Sonderprogramm und Stadtkasse. Teuer wird es also für alle, nur eben schön verteilt.

Der Zeitplan war ähnlich elastisch. Baustart war erst für August 2025 angekündigt, tatsächlich ging es im Oktober los. Fertig sein sollte alles Ende November 2025, sprudeln sollte der Brunnen zum Frühjahr 2026. Er sprudelt jetzt, Ende Oktober 2026. Pünktlich zum Saisonende also, Sommer verpasst, Frost in Sicht.

Das ist allerdings weniger Schildbürgerstreich als Physik. Wasserleitungen und Frost vertragen sich so schlecht wie Bauzeitpläne und Realität. Der Brunnen darf sich also kurz präsentieren und geht dann in den Winterschlaf. Im Frühjahr gibt es die eigentliche Premiere, diesmal hoffentlich mit einer ganzen Saison im Programm.

Eine Frage bleibt so trocken, wie es das Becken jahrelang war: Was genau hat das letzte Jahr gekostet, an Zeit wie an Geld? Darauf gibt es bisher keine Antwort.




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