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Grüner Wasserstoff aus Cottbus

Wie das PtX Lab Lausitz die Weichen für die Zukunfts-Kraftstoffe stellt

Die Lausitz wandelt sich mit hoher Dynamik von einer traditionellen Braunkohleregion zu einem europäischen Vorreiter für erneuerbare Energien und grüne Wasserstoff-Technologien. Ein zentraler Meilenstein dieses Strukturwandels ist das PtX Lab Lausitz – das Praxislabor für Kraft- und Grundstoffe aus grünem Wasserstoff mit Sitz in Cottbus.

Gefördert über das Investitionsgesetz Kohleregionen (InvKG) und angesiedelt bei der bundeseigenen Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH, nimmt das Kompetenzzentrum eine Schlüsselrolle ein. Es unterstützt die Bundesregierung beim dringend notwendigen Markthochlauf klimafreundlicher Power-to-X-Produkte.


Was bedeutet Power-to-X (PtX)?

Unter dem Begriff Power-to-X (PtX) werden Verfahren zusammengefasst, die erneuerbaren Strom nutzen, um synthetische Energieträger oder Grundstoffe herzustellen.
Durch die Elektrolyse von Wasser entsteht zunächst grüner Wasserstoff (H₂). Wird dieser mit Kohlenstoff (z. B. aus der Luft oder aus nachhaltigen Biomasse- bzw. Industrieabgasquellen) kombiniert, entstehen flüssige Kraftstoffe (Power-to-Liquid / PtL) wie synthetisches Kerosin, E-Methanol oder chemische Rohstoffe (Power-to-Chem).


Warum liegt der Fokus auf Flugzeugen und Schiffen – und nicht auf Pkw?

Grüner Strom ist und bleibt in den kommenden Jahren ein kostbares Gut. Aus energetischer Sicht gilt im Verkehrssektor der Grundsatz: Direkte Elektrifizierung geht immer vor synthetischen Kraftstoffen!

  • Batterieelektrischer Pkw (BEV): Nutzt ca. 70 bis 80 Prozent des eingesetzten Stroms direkt für den Antrieb an der Achse.
  • E-Fuel im Verbrennungsmotor: Erreicht durch die Umwandlungsverluste bei der Synthese und Verbrennung lediglich einen Gesamtwirkungsgrad von 10 bis 15 Prozent.

Ein Pkw mit E-Fuels benötigt daher rund fünf- bis sechsmal mehr Wind- und Sonnenenergie als ein Elektroauto für dieselbe Strecke. Ein flächendeckender Einsatz im Pkw-Bestand ist daher weder ökonomisch noch ökologisch sinnvoll.

Im Luft- und Seeverkehr sowie in Teilen der chemischen Industrie gibt es hingegen auf absehbare Zeit keine praxistaugliche Alternative zu flüssigen Kohlenwasserstoffen: Batterien sind für Langstreckenflüge schlicht zu schwer. Genau hier setzt das PtX Lab Lausitz an: Es geht darum, fossiles Kerosin durch nachhaltiges PtL-Kerosin zu ersetzen und die Luftfahrt zu defossilisieren.


Die PtL-Demonstrationsanlage in der Lausitz

Neben der Denk- und Forschungsarbeit des Cottbuser Labs ist die Errichtung einer PtL-Demonstrationsanlage in der Lausitz ein Kernelement der regionalen Entwicklung. Die Anlage soll zeigen, wie strombasiertes Kerosin im industriellen Maßstab unter strengen Nachhaltigkeitskriterien produziert werden kann. Die geografische Nähe zu Unternehmen der Luftfahrtbranche in der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg sowie das hohe Potenzial an Erneuerbaren Energien machen Cottbus und das Lausitzer Umland zum idealen Standort.


Verbindliche Quoten schaffen Planungssicherheit

Für Investoren war die fehlende Rechtssicherheit lange ein Hürde. Mit dem europäischen Gesetzgebungspaket ReFuelEU Aviation wurden jedoch klare Rahmenbedingungen geschaffen: Ab 2030 müssen Treibstoffanbieter an EU-Flughäfen mindestens 1,2 % PtL-Kerosin beimischen – bis 2050 steigt dieser Anteil schrittweise auf 35 %. Damit entsteht ein verlässlicher Markt für die im PtX Lab Lausitz mitentwickelten Technologien.


Fazit & Ausblick

Das PtX Lab Lausitz zeigt eindrucksvoll, wie der Strukturwandel in der Lausitz gelingen kann. Statt veralteter Verbrennungskonzepte für den Straßenverkehr konzentriert sich die Region auf die echten Zukunftsmärkte: die Defossilisierung des weltweiten Flug- und Schiffsverkehrs. Cottbus entwickelt sich damit zu einem unverzichtbaren Baustein auf dem Weg zur Klimaneutralität.


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