Der Spremberger Turm – Das Wahrzeichen der Stadt Cottbus

Der Spremberger Turm ist das unverkennbare Wahrzeichen von Cottbus. Er ragt im Herzen der Cottbuser Altstadt empor und steht am südlichen Ende der Spremberger Straße – von den Einheimischen liebevoll einfach „Sprem“ genannt. Von der Aussichtsplattform in 28 Metern Höhe bietet sich Besuchern ein faszinierender Rundumblick über die gesamte Stadt bis weit in das Lausitzer Umland. Dank des Engagements einer Bürgerinitiative kann der Turm heute wieder fast täglich und ohne Voranmeldung bestiegen werden.

Die Geschichte im Überblick

Die Ursen des Turms reichen bis in das Mittelalter zurück. Seine Entwicklung spiegelt die wechselvolle Geschichte der Stadt Cottbus wider:

  • 1156: Die Stadt Cottbus wird erstmals urkundlich erwähnt. Zu dieser Zeit schützten noch einfache Holzpalisaden die Siedlung.
  • 13. / 14. Jahrhundert: Der Spremberger Turm wird als mächtiger Torturm des Spremberger Tores errichtet, um die Stadt nach Süden hin abzusichern.
  • 1429: Nachdem Cottbus dem verheerenden Hussitensturm standhält, wird die gesamte Stadtbefestigung massiv verstärkt.
  • 1773/74: Der Turm erhält eine neue Kuppel, eine Uhr sowie zwei Glocken, die aus der Festung Peitz stammen.
  • 1810/11: Aufgrund von Baufälligkeit wird der Turm zu großen Teilen abgetragen.
  • 1824/25: Wiederaufbau und Modernisierung: Der verbliebene Stumpf wird nach Plänen erhöht, die vom berühmten preußischen Architekten Karl Friedrich Schinkel genehmigt wurden. Der Turm erhält dabei seinen charakteristischen Zinnenkranz. Für den Bau wurden Steine des abgerissenen Sandower Tores wiederverwendet.
  • 1847–1879: Die Stadt wächst, die alte Befestigung weicht der Moderne. 1847 wird ein Fußgänger-Durchgang im Spremberger Tor geschaffen, 1875 folgt der Abriss des Tores und kurz darauf der Rückbau der Bastion.
  • 1890: Der Cottbuser Architekt Ewald Schulz leitet eine umfassende Renovierung des Turms.
  • 20. Jahrhundert: Von 1903 bis 1974 prägt die Cottbuser Straßenbahn das Bild der „Sprem“ direkt am Turm. Um 1950 wird der Spremberger Wall endgültig beseitigt. Eine um 1970 eingebaute Turmuhr mit Viertelstunden- und Stundenschlag muss bereits 1985 generalüberholt werden.

Der Weg in die Moderne und das Bürgerengagement

JahrEreignis
1998Gründung des Cottbuser Turmverein e.V., der sich fortan für den Erhalt des Denkmals einsetzt.
2000Eine umfassende Sanierung rettet die Bausubstanz des Wahrzeichens.
2007Im Mai wird der Turm offiziell wieder für den regelmäßigen Publikumsverkehr geöffnet.
2014Nach dem Auslaufen von EU- und Landesfördermitteln droht die Schließung; der Turm ist kurzzeitig nur noch für Führungen zugänglich. Im März formiert sich eine Bürgerinitiative um Gilbert Gulben und Benjamin Andriske, um die tägliche Öffnung auf Vereinsbasis ehrenamtlich zu sichern.

Heute ist der Spremberger Turm dank dieses großartigen bürgerschaftlichen Engagements fest in der touristischen Landschaft von Cottbus verankert und heißt fast täglich Besucher aus aller Welt willkommen.


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