Wer nach Cottbus kommt, stolpert unweigerlich über sie: die Spremberger Straße. Auf gerade einmal 300 Metern Länge verbindet diese historische Fußgängerzone den Altmarkt mit dem Brandenburger Platz. Doch lass dich von der kurzen Strecke nicht täuschen – die „Sprem“ steckt voller Geschichten, architektonischer Highlights und echtem Lausitzer Lebensgefühl.
Ein geschichtsträchtiger Pflasterweg
Die Sprem ist kein modernes Produkt der Stadtplanung. Ihr Verlauf ist seit der Gründung der Stadt im Mittelalter praktisch unverändert geblieben. Einst war sie sogar Teil einer bedeutenden alten Handelsstraße, die von Böhmen und Sachsen hinauf nach Frankfurt (Oder) führte. Wo heute entspannt Kaffee getrunken wird, rollten früher schwere Kaufmannswagen über das Pflaster.
Die Highlights, die du nicht verpassen darfst
Wenn du die Straße entlangschlenderst, solltest du unbedingt den Blick nach oben richten. Die Mischung aus barocken Elementen, klassizistischen Traufenhäusern und prächtigen Fassaden der Gründerzeit ist ein absoluter Hingucker. Zwei Bauwerke stechen dabei besonders hervor:
1. Der Spremberger Turm – Das stolze Wahrzeichen
Am südlichen Ende der Straße ragt er unübersehbar empor: der Spremberger Turm. Seine Ursprünge gehen bis ins 13. Jahrhundert zurück, als er Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung war.
Insider-Tipp: Schwindelfrei? Dann bezwinge die 131 Stufen bis zur Aussichtsplattform auf 28 Metern Höhe. Von dort oben hast du einen fantastischen Rundblick über Cottbus und bei gutem Wetter sogar bis weit in den Spreewald hinein.
2. Die Schlosskirche – Von der Hugenottenkirche zur Synagoge
Ein weiteres architektonisches Juwel an der Straße ist die Schlosskirche. Erbaut wurde sie ab 1705 von französischen Hugenotten, die sich in Cottbus niedergelassen hatten. Ihr markanter neogotischer Turm kam allerdings erst im Jahr 1870 hinzu und prägt seither das Straßenbild. Heute hat das Gebäude eine ganz besondere Bedeutung: Seit 2015 wird die ehemalige Kirche als Synagoge der jüdischen Gemeinde Cottbus genutzt.
Die Sprem heute: Shopping, Genuss und Kultur
Früher die wichtigste Einkaufsmeile der Stadt, hat sich die Sprem heute zu einer gemütlichen Flaniermeile gewandelt. Zwar hat das nahegelegene Einkaufszentrum Blechen Carrée einen Teil des klassischen Einzelhandels übernommen, doch die Straße lebt von ihren inhabergeführten Läden, den einladenden Straßencafés und Restaurants. Ob für ein Eis im Sommer oder einen wärmenden Kaffee im Winter – hier trifft sich Cottbus.
Fakten-Check für deinen Besuch:
- Länge: ca. 300 Meter
- Niedersorbischer Name: Grodkojska droga
- Beste Zeit: Am späten Nachmittag, wenn das Licht flach auf die bunten Fassaden fällt und die Cafés gut gefüllt sind.
