Schloss Branitz feiert Carl Blechen

Licht, Melancholie und Grenzgänge: Schloss Branitz feiert Carl Blechen und neue Ausstellungen

Das Schloss Branitz steht in diesen Tagen ganz im Zeichen meisterhafter Landschaftskunst, faszinierender Sammlungsgeschichten und inspirierender künstlerischer Dialoge. Anlässlich des 228. Geburtstages des in Cottbus geborenen Romantikers Carl Blechen (1798–1840) lädt die Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz zu einem hochkarätigen Eröffnungstag ein. Im Mittelpunkt stehen die Präsentation eines neu erworbenen Spätwerks von Blechen sowie zwei außergewöhnliche Ausstellungsformate.

Der „letzte Blechen“: Ein Meisterwerk der späten Schaffensphase

Ein spektakulärer Ankauferfolg bereichert die renommierte Carl-Blechen-Sammlung der Stadt Cottbus: Dank der Unterstützung des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, der Stadt Cottbus sowie mit Eigenmitteln der Stiftung konnte das Ölgemälde „Mönch in der Felsengrotte“ (um 1836) aus Privatbesitz erworben werden.

Das Bild gilt als unschätzbares Zeugnis aus der Spätphase des Künstlers und wird symbolisch als „letzter Blechen“ betitelt. Es reflektiert eindrucksvoll die innere Zerrissenheit Blechens zwischen meisterhafter Vollendung, fragmentarischem Ausdruck und dem beginnenden körperlichen wie geistigen Verfall, der seine letzten Lebensjahre überschattete. Eingebettet in die fast 90 Werke umfassende Blechen-Sammlung erfährt dieses Gemälde nun im Schloss Branitz seine gebührende Würdigung.

„Die Stiftung Fürst-Pückler-Museum pflegt das Erbe zweier großer Persönlichkeiten der Stadt Cottbus: Fürst Pückler und Carl Blechen. Das Land hat die Stiftung sehr gern bei der Erwerbung dieses bedeutsamen Werks unterstützt.“

Tobias Dünow, Kulturstaatssekretär des Landes Brandenburg

Italiensehnsucht im Chamois-Zimmer: Die Harrer-Sammlung

Im Chamois-Zimmer des Schlosses eröffnet eine exklusive Kabinettausstellung, die dem Landschaftsmaler Hugo Paul Harrer gewidmet ist. Seine Arbeiten bilden ein fundamentales Fundament der Cottbuser Blechen-Sammlung. Die Entstehung dieser Kollektion erzählt zugleich ein Stück Lokalgeschichte: Nach Harrers Tod heiratete seine Witwe Franziska den Cottbuser Oberbürgermeister Paul Werner, welcher die mehr als 200 Werke umfassende Sammlung erbte und sie später testamentarisch der Stadt vermachte.

Die Gegenüberstellung zeigt, wie unterschiedlich und doch seelenverwandt Blechen und Harrer dem Licht, der Architektur und den Landschaften Italiens begegneten – eine faszinierende Reise in die Sehnsuchtsorte des 19. Jahrhunderts.

Zeitgenössische Reflexionen im Frühstückszimmer

Eine moderne Note setzt die diesjährige Intervention im historischen Frühstückszimmer. Die Malerin Mona Höke und die Fotokünstlerin Kathrin Karras präsentieren großformatige Gemeinschaftsarbeiten, in denen Fotografie und Malerei direkt ineinander übergehen und verschmelzen.

Inspiriert von Fürst Pücklers Orientreisen, seiner kosmopolitischen Haltung und seinem Mut als visionärer Grenzgänger überschreiten auch Höke und Karras die Grenzen ihrer Disziplinen. In Pücklers privatem Rückzugsort verweben sich ihre Werke zu einem visuellen Diskurs über Heimat, Freiheit und Weltaufgeschlossenheit.

Programm & Besucherinformationen

  • Festliche Eröffnung: Donnerstag, 30. Juli 2026, ab 18:00 Uhr im Besucherzentrum.
  • Abendliche Sonderöffnung: Schloss und Ausstellungen sind von 19:00 bis 21:30 Uhr geöffnet.
  • Schlossterrasse: Abends startet die stimmungsvolle Blechen-Party im Park.
  • Laufzeit der Ausstellungen: 31. Juli bis 01. November 2026.
  • Öffnungszeiten: Mittwoch bis Montag, 10:00 – 17:00 Uhr (Dienstags geschlossen).
  • Ort: Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz, Besucherzentrum, Robinienweg 5, 03042 Cottbus.
  • Weitere Informationen: pueckler-museum.de

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Carl Blechen

5.0
20,00 €

Innenansichten eines Genies : Berndt, Iris, Börsch-Supan, Helmut

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