40 Jahre Cottbuser Heimatkalender: Ozeanflieger, Weltrekord und Straßenbahn
Seit 1987 erscheint der Cottbuser Heimatkalender Jahr für Jahr ohne Unterbrechung. Mit der Ausgabe 2027 feiert er 40 Jahre. Erste Vorläufer gab es sogar schon 1956 und 1957. Herausgegeben wird das rund 128 Seiten starke Jahrbuch vom Historischen Heimatverein Cottbus gemeinsam mit der Stadt.
Vorstellung: Donnerstag, 12. November 2026, 18:30 Uhr, Buchhandlung Hugendubel, Mauerstraße 8. Alle Interessierten sind eingeladen.
1927: Als die Welt auf Klinge schaute
Vor 100 Jahren ging in Cottbus der Flugplatz in Betrieb, ab Mai 1927 mit Linienflügen zwischen Breslau und Berlin. Nur wenige Wochen später brauchte ihn ein berühmter Gast dringend.
Am 4. Juni 1927 starteten der US-Pilot Clarence Chamberlin und der Geschäftsmann Charles Levine in New York mit dem Flugzeug „Columbia“. Ihr Ziel war Berlin. Nach über 40 Stunden Nonstop-Flug über den Atlantik mussten sie am 6. Juni wegen Treibstoffmangels bei Eisleben landen. Damit war Levine der erste Passagier, der je in einem Flugzeug den Atlantik überquerte.
Beim Weiterflug verirrten sich die beiden und flogen Richtung Cottbus statt Berlin. Über Klinge setzte der Motor aus, und sie mussten notlanden. Dabei bohrte sich der Propeller in den weichen Boden und brach. Mechaniker vom neuen Cottbuser Flugplatz reparierten die Maschine, danach ging es weiter nach Berlin-Tempelhof. In Cottbus wurden die Flieger wie Helden gefeiert, mit Konfetti-Parade auf dem Altmarkt, Eintrag ins Goldene Buch und der Ehrenbürgerschaft.
1977: Rosi Ackermann springt über die Zwei-Meter-Marke
Vor 50 Jahren, am 26. August 1977, schrieb Rosemarie „Rosi“ Ackermann Sportgeschichte. Die für den SC Cottbus startende Hochspringerin übersprang beim ISTAF im Berliner Olympiastadion als erste Frau der Welt 2,00 Meter, und das gleich im ersten Versuch.
Stadtgeschichte zum Anfassen
Der Kalender erinnert auch an Alltagsgeschichte, etwa an die erste Straßenbahnfahrt nach Madlow vor 100 Jahren und an das alte Straßenbahndepot dort. Weitere Beiträge behandeln das Haus der Bauarbeiter, den Münzturm, Cottbuser Omnibusse und eine Straße in Sachsendorf, die nie fertig wurde. So verbindet der Kalender große Ereignisse mit persönlichen Erinnerungen, verständlich für Alt und Jung.
Oberbürgermeister Tobias Schick ist überzeugt, dass man aus Geschichte und Geschichten lernen kann, weil sie uns im Alltag ständig begegnen. Die Stadt dankt dem Historischen Heimatverein, der Redaktion und allen Autorinnen, Autoren und Unterstützern.
Erhältlich ab 13. November 2026 für 8 Euro in Cottbuser Buchhandlungen, im Zeitschriftenhandel und bei der Cottbus-Information.
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