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BTU-Cottbus: Neues Labor für ein gutes Altern in der Lausitz

Die BTU Cottbus-Senftenberg hat Prof. Dr. Cordula Endter auf die Professur „Beratung, Kommunikation und Intervention in der Sozialen Arbeit“ berufen. Die Psychologin und Sozialwissenschaftlerin war zuvor Professorin für Soziale Arbeit in der digitalisierten Gesellschaft an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin. Ihr Ziel in Cottbus: die psychosoziale Gesundheit älterer Menschen in der Region stärken.

Was heißt „psychosoziale Gesundheit“?

Gemeint ist das Zusammenspiel von seelischem Wohlbefinden, sozialen Kontakten und den Lebensumständen eines Menschen. Wer im Alter einsam ist, keinen Arzt in der Nähe hat oder nicht weiß, wo es Hilfe gibt, dem geht es oft auch seelisch schlechter. Endter kennt das Thema aus der Praxis. In der Gerontopsychiatrie eines Krankenhauses hat sie mit älteren Menschen mit psychischen Erkrankungen gearbeitet.

Das geplante Beratungslabor

Am Campus Sachsendorf will Endter ein Beratungslabor aufbauen. Gemeint ist kein Labor mit Geräten, sondern ein Ort, an dem Beratungs- und Kommunikationsangebote entwickelt und gemeinsam mit Menschen aus der Region erprobt werden. Ihre Begründung: Demografischer Wandel und Fachkräftemangel lassen sich nicht allein mit technischen Neuerungen lösen. Digitalisierung kann helfen, ist aber kein Selbstzweck. Im Kern geht es um die Frage, wie wir künftig gut miteinander leben können. Wann das Labor startet und wie es genau aussehen wird, steht noch nicht fest.

AlterPerimentale: Forschung vor Ort

Endter ist Mitinitiatorin der Transferinitiative AlterPerimentale. Daran beteiligt sind die BTU, die Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin und die Praxisforschungsstelle Heinersdorf. Gemeinsam mit älteren Menschen, Kommunen und Vereinen entwickelt die Initiative Lösungen für ein gutes Leben im Alter in der deutsch-polnischen Grenzregion. Dazu gehören die Landkreise Oder-Spree, Spree-Neiße und Görlitz sowie die Stadt Cottbus. Themen sind Wohnen, Mobilität, Einsamkeit, Gesundheit und digitale Teilhabe. Anlaufstellen vor Ort sind Praxisforschungsstellen in Heinersdorf, Cottbus und Görlitz.

Ein aktuelles Projekt befasst sich mit digitaler Daseinsvorsorge. Daseinsvorsorge umfasst alles, was Menschen für den Alltag brauchen: Ärzte, Pflege, Behörden, Einkaufsmöglichkeiten, Nahverkehr. Das Projekt untersucht, wie digitale Angebote den Zugang dazu erleichtern können, gerade dort, wo Wege weit sind. Dazu wird derzeit in Guben gearbeitet. Die Initiative ist außerdem in Cottbus, Schenkendöbern und Spremberg aktiv.

Förderung bis 2030

Nach einer erfolgreichen Zwischenbegutachtung fördert das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt die AlterPerimentale weiter über die Förderlinie „T!Raum – TransferRäume für die Zukunft von Regionen“. Die erste Phase, ursprünglich mit 5,9 Millionen Euro ausgestattet, endet am 31. Januar 2027. Die zweite Phase läuft vom 1. Februar 2027 bis Januar 2030.

Warum das für die Lausitz zählt

Die Lausitz altert schneller als viele andere Regionen, steckt mitten im Strukturwandel und kämpft mit Lücken in Pflege und Versorgung. Ein Beratungslabor, das Wissenschaft und Alltag zusammenbringt, kann hier Lösungen liefern, die nicht am Schreibtisch, sondern mit den Betroffenen entstehen. Entscheidend ist nicht, wie modern eine Lösung ist, sondern ob sie älteren Menschen tatsächlich mehr Lebensqualität und Teilhabe bringt.


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