Ein Einkaufsbummel in der Cottbuser SpreeGalerie endete für einen älteren Herrn kürzlich mit einem schmerzhaften Sturz. Der Senior war mit seinem Rollator unterwegs und wollte zum Parkdeck. Das Problem: Der Aufzug zur Tiefgarage war defekt. Auf der Suche nach einem Ausweg kam es zu dem unglücklichen Unfall.
Dieser Vorfall zeigt drastisch: Barrierefreiheit darf nicht an einem einzigen technischen Gerät hängen. Er war der Auslöser für einen dringenden Vor-Ort-Termin. Der Behindertenbeauftragte der Stadt Cottbus/Chóśebuz und der örtliche Behindertenbeirat haben sich die Situation gemeinsam mit dem Centermanagement der SpreeGalerie genau angesehen.
Barrierefreiheit braucht einen Plan B
Wenn ein Aufzug ausfällt, stehen Menschen mit Rollatoren, Rollstühlen oder auch Eltern mit Kinderwagen plötzlich vor einer unüberwindbaren Wand. Echte Barrierefreiheit bedeutet deshalb auch Ausfallsicherheit. Es muss verlässliche Alternativen geben.
Wie kann so ein „Plan B“ in Zukunft aussehen?
- Schnelle Information: Sofortige und klare Hinweisschilder am Eingang, wenn ein Aufzug defekt ist.
- Alternative Wege: Gut ausgeschilderte Ersatzrouten, die ohne Treppen auskommen.
- Hilfe vor Ort: Ein erreichbarer Service, der Betroffenen im Ernstfall assistiert.
Gemeinsam Lösungen finden statt Schuldzuweisungen
Der Behindertenbeauftragte stellte vor Ort klar, dass es jetzt nicht darum geht, mit dem Finger auf den Betreiber der SpreeGalerie zu zeigen. Vielmehr gehe es darum, gemeinsam dafür zu sorgen, dass sich so ein Vorfall nicht wiederholt. Bürgerhinweise wie der des verunglückten Seniors sind dabei Gold wert, um gefährliche Barrieren im Alltag überhaupt erst zu entdecken.
Die Ergebnisse des Treffens werden nun ausgewertet. Die Stadt und das Centermanagement bleiben im Dialog, um die SpreeGalerie für alle Besucherinnen und Besucher wieder zu einem sicheren Ort zu machen – egal, wie gut sie zu Fuß sind.
