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Erdfälle am Stadtring Cottbus: Neue Wegeführung für Fußgänger und Radfahrer geplant

Die Stadt Cottbus/Chóśebuz arbeitet mit Hochdruck an einer Lösung für die Erdfälle am Stadtring. Während die endgültige Sanierung noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird, gibt es nun positive Nachrichten für Fußgänger und Radfahrer: Der nördliche Geh- und Radweg soll mit einer angepassten Führung wieder freigegeben werden.

Hintergrund: Ein jahrzehntelanges Altlasten-Problem

Die Ursache für die Erdfälle liegt in der Geschichte des Standorts begraben – im wahrsten Sinne des Wortes. Auf dem Gelände des ehemaligen Potsdamer Chemiehandels (PCH) in der Parzellenstraße wurden von 1954 bis 1996 in großem Stil Chemikalien umgeschlagen. Durch unsachgemäßes Arbeiten und eine Havarie gelangten erhebliche Mengen giftiger Stoffe, insbesondere leichtflüchtige Chlorkohlenwasserstoffe (LCKW), in den Boden und das Grundwasser.

Die Dimension des Schadens ist enorm: Allein im Grundwasser wurden Belastungsspitzen von bis zu 213.000 µg/l LCKW gemessen – der Grenzwert der Trinkwasserverordnung liegt bei lediglich 10 µg/l. Insgesamt wurden im Hauptschadensbereich etwa 50 Tonnen Schadstoffe im Grundwasser festgestellt.

Seit 1998 ist die Stadt Cottbus Eigentümerin des Altlastengrundstücks und treibt seit 2003 die Sanierung voran. Dazu wurden 55 Schachtbauwerke zur Bodenluftabsaugung und Grundwassersanierung errichtet. Die Gesamtkosten der Sanierung werden auf knapp 44 Millionen Euro geschätzt, wovon das Land Brandenburg 90 Prozent übernimmt.

Die Erdfälle: Eine Gefahr für die Verkehrssicherheit

Im Oktober und Dezember 2023 wurden im Bereich mehrerer Schachtbauwerke am nördlichen Stadtringdamm Setzungen und Erdfälle festgestellt. Die Stadt reagierte umgehend mit Gefahrenabwehrmaßnahmen: Absperrungen, Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h und die Sperrung des nördlichen Geh- und Radwegs.

Aktuell sind insgesamt 23 Erdfälle bekannt. Untersuchungen zeigten, dass die Lagerungsdichte des Bodens an allen neun betroffenen Schächten gestört ist.

Geplanter Kompromiss: Wegeführung mit Sicherheitsmaßnahmen

Die gute Nachricht: Der nördliche Geh- und Radweg soll analog zur bereits bestehenden Regelung auf der südlichen Seite wieder freigegeben werden. Dafür werden zusätzliche Sicherungsmaßnahmen eingerichtet, die ein sicheres Passieren der Schadstellen ermöglichen. Die Stadt bezeichnet dies als „Kompromiss zwischen Verkehrssicherheit, Nutzbarkeit und den bis zur endgültigen Sanierung noch erforderlichen Einschränkungen“.

Sanierungsplanung: Rückschläge und Zeitplan

Die ursprüngliche Hoffnung, die Hohlräume mit einem speziellen Expansionsharz verfüllen zu können, erfüllte sich nicht. Ein Pilotversuch Ende 2024 entsprach nicht den fachlichen Anforderungen, sodass dieses Verfahren für eine großflächige Sanierung nicht weiterverfolgt werden konnte.

Die Suche nach einem spezialisierten Planungsbüro gestaltete sich schwierig: Mehrere Ausschreibungsverfahren blieben erfolglos. Erst im Rahmen einer Direktvergabe konnte Ende 2025 ein Ingenieurbüro gebunden werden. Die Planungsarbeiten werden aufgrund der komplexen geologischen Verhältnisse voraussichtlich bis Ende 2026 andauern. Der Beginn der baulichen Sanierung ist für Anfang 2027 vorgesehen.

Die Kosten für die Sanierung der Erdfälle werden auf etwa 270.000 Euro geschätzt, wovon ebenfalls 90 Prozent durch das Land Brandenburg refinanziert werden.

Zusammengefasst

Die Stadt Cottbus steht vor einer komplexen Herausforderung: Die Altlastensanierung läuft seit über 20 Jahren, und die Erdfälle sind eine unerwartete, aber ernstzunehmende Komplikation. Die geplante Freigabe des nördlichen Geh- und Radwegs ist ein wichtiger Schritt, um die Beeinträchtigungen für die Bevölkerung zu minimieren. Gleichzeitig zeigt der Zeitplan, dass Geduld gefragt ist – die endgültige Sanierung wird noch einige Jahre in Anspruch nehmen. Die Stadt betont, dass die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer oberste Priorität hat und verspricht, die Öffentlichkeit kontinuierlich zu informieren.

Hinweis: Dieser Beitrag basiert auf offiziellen Informationen der Stadt Cottbus/Chóśebuz sowie veröffentlichten Ausschreibungsunterlagen und Berichten der Stadtverordnetenversammlung.



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